Wie schütze ich mein rad vor diebstahl?

Du liebst Dein Fahrrad und möchtest verhindern, dass es gestohlen wird? Hier liest du, was beim Fahrrad-Diebstahlschutz wichtig ist – und wann eine Fahrradversicherung Sinn macht.

Wie schütze ich mein Rad vor Diebstahl?

Du liebst Dein Fahrrad und möchtest verhindern, dass es gestohlen wird? Hier liest du, was beim Fahrrad-Diebstahlschutz wichtig ist – und wann eine Fahrradversicherung Sinn macht.

INHALT

Fahrraddiebstähle in Deutschland

Weg ist weg

Schnell, günstig und leicht zu parken – das Fahrrad ist die Heldin unter den klimafreundlichen Fortbewegungsmitteln. Drei von vier Deutschen haben ein Rad – und alle zwei Minuten gibt einer oder eine von ihnen einen Anzeige auf: weil das Rad geklaut wurde.

Damit werden pro Jahr in Deutschland fast 300.000 Fahrräder gestohlen – die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen. Und von den Fällen, die bei der Polizei landen, werden gerade einmal vier Prozent aufgeklärt. Weg ist also – in den allermeisten Fällen – einfach weg.

"Das klaut jetzt keiner“

Doch es gibt auch gute Nachrichten: Jede und jeder hat das Risiko, dass das eigene gestohlen wird, ein Stück weit in der Hand. Schon ein einfaches Schloss schützt vor Gelegenheitsdiebstählen – also vor Fällen, in denen sich ein*e Passant*in kurzerhand entschließt, ein nicht abgesperrtes Rad „auszuleihen“. Solche Diebstähle passieren in der Regel unabhängig von Qualität oder Wert des Fahrrads. Wird das Rad unabgesperrt gestohlen, ist das aber trotzdem Diebstahl – er wird allerdings weniger hart bestraft als in Fällen, in denen zuerst ein Schloss geknackt wurde.

Polizei: Weder Kapazität noch Kooperation

Gelegenheitsdiebe gibt es nicht wenige. Das weit größere Problem sind aber organisierte Raddiebstähle – oft durch Banden aus dem europäischen Ausland, wo die Räder im Anschluss weiterverkauft werden. Dass nur so wenige Diebstähle aufklärt werden können, liegt nicht nur an fehlenden Kapazitäten bei der deutschen Polizei – die bei Fahrraddiebstählen oft notwendige Kooperation zwischen den Behörden verschiedener europäischer Länder funktioniert schlecht bis gar nicht.

Das beste Fahrradschloss finden

Laut ADFC hat eine französische Studie gezeigt, dass in 90 Prozent aller Fahrraddiebstähle die Räder nur durch minderwertige Schlösser gesichert waren.
Vernünftiger Diebstahlschutz setzt also ein vernünftiges Schloss voraus: Dabei lohnt es sich, ein kleines bisschen mehr auszugeben – nicht nur weil teurere Schlösser schwerer zu knacken sind. Sondern auch, weil sie langlebiger und damit nachhaltiger sind. Damit sparst Du auf lange Sicht sogar Geld.

Welche Schlossarten schützen wirklich? Sicherheitsstufen bei Fahrradschlössern

  • Am Fahrrad angebrachte Rahmenschlösser oder dünne Spiralkabelschlösser bieten wenig Schutz, auch wenn sie praktisch und leicht sind. Sie hindern Täter*innen zwar daran, direkt aufzusteigen und davonzufahren – mehr aber auch nicht.
 
  • Ketten- und Faltschlösser in guter Qualität bieten guten Schutz. Sie sollten aus gehärtetem Stahl sein. Damit sind sie zwar keine Leichtgewichter, aber doch gut zu verstauen. Ein Faltschloss kann man oft mit einer passenden Halterung kaufen, in der das Schloss unterwegs direkt am Rahmen verstaut werden kann. Kettenschlösser können während der Fahrt einfach um den Rahmen gewickelt werden – im Vergleich zu Faltschlössern bieten sie mehr Flexibilität, was das Absperren erleichtert.
 
  • Bügelschlösser aus Stahl haben die höchste Sicherheitsstufe der Fahrradschlösser. Sie sind aber leider auch teurer, schwerer und deutlich unhandlicher: Es ist es schwierig, beim Bügelschloss die richtige Größe zwischen „noch transportfähig“ und „groß genug, um das Rad an einen festen Gegenstand zu sperren“ zu finden. Letzendlich ist es also Geschmackssache, wie Dein Schloss aussieht – aber aus Stahl sollte es sein.
Räder Parplatz Diebstahl

Räder über Räder – wer sein Rad hier abstellt und kein sicheres Schloss hat, der macht es Dieben leicht. Wenn das Fahrradschloss mit kleinem Werkzeug zu knacken ist, kann der Diebstahl hier unbemerkt geschehen.

Worauf beim Schlosskauf achten?

  • Im Idealfall hat Dein Schloss eine Länge, die ausreicht, um es um beide Räder und den Rahmen an eine Befestigung anzuschließen.
  • Es kommt bei einem Schloss nicht nur auf das Material an, sondern auch auf den Verschließmechanismus: Denn wer nicht mit der Flex anrückt, kann sein Glück immer noch am Zylinderschloss probieren. Bei hochwertigen Schlössern sind die Aussichten für Täter*innen ohne schweres Gerät aber gering.
  • Ob Schlüssel- oder Zahlenschloss spielt für die Sicherheit keine große Rolle – sofern Du beim Absperren nicht nur eine einzige Ziffer verdrehst. Natürlich besteht auch dann die Chance, dass jemand fröhlich eine Kombination nach der anderen durchprobiert – die Erfolgswahrscheinlichkeit ist aber verschwindend gering. Bei vier Zahlenrädern mit je zehn Ziffern gibt es immerhin 10.000 potenzielle Kombinationen – da wäre man eine Weile beschäftigt.
  • Achte beim Schlosskauf am Besten auf das VDS-Siegel – dann weißt Du, dass das Schloss hinsichtlich Funktionssicherheit, Zuverlässigkeit und Witterungsbeständigkeit auf Herz und Nieren geprüft wurde. Der VDS hat auch eine Liste von empfohlenen Schlössern veröffentlicht. Und auch die Stiftung Warentest gibt regelmäßig detaillierte Testergebnisse verschiedener Schlossarten und -hersteller heraus.

Wie stelle ich mein rad sicher ab?

Niemandem eine Gelegenheit bieten

Es ist bequemer, schneller und außerdem hat man ja auch ein gewisses Vertrauen in die Menschheit – und das eigene Glück. Doch auch wenn Du „nur schnell“ zum Bäcker willst oder einen Brief abgibst: Sperr das Rad ab! Die paar Sekunden sind es wirklich wert.

Der Abstellort

Belebter Platz oder stille Seitenstraße: Wo ein Fahrraddiebstahl weniger wahrscheinlich ist, dazu gibt auch die Polizei keine einheitlichen Ratschläge. Wie so oft ist es die Mitte, die wohl der beste Weg ist: Unübersichtliche, hektische Abstellorte ermöglichen den Täter*innen Anonymität, völlig abgelegene Ecken ebenfalls.

Abgeschlossen ist nicht gleich abgeschlossen

Damit das Fahrrad nicht einfach weggetragen und in ein Fahrzeug eingeladen werden kann, muss es an ein fest montiertes, stabiles Objekt angeschlossen sein – wie Fahrradständer, Laternen oder Straßenschilder. Achte darauf, dass das Schloss nicht einfach über die Befestigung gestülpt werden kann – zum Beispiel bei einem Pfosten – und dass Dein Rad nicht andere Verkehrsteilnehmer*innen behindert.

Rad richtig abschließen

So ist es richtig: Das Fahrradschloss sollte Rahmen, Vorderrad und eine unbewegliche, stabile Befestigung umschließen.

Rad reicht nicht

Wichtig ist, dass der Rahmen Deines Fahrrads angesperrt ist – und nicht nur das Vorderrad oder der Sattel. Die sind nämlich für Geübte mit wenigen Handgriffen abmontiert.
Auch Anbauteile und Fahrradzubehör sollte gesichert werden – ein Kindersitz kann zum Beispiel mit Kabelbindern an das Rad montiert oder mit einem extra Schloss gesichert werden. Bei manchem Zubehör ist das nicht möglich – Anstecklichter etwa nimmst Du am Besten immer mit.

Sonderfall Pedelec

Wer in ein E-Bike investiert hat, der möchte es auch eine Weile nutzen. Doch Wert hat ein Pedelec nicht nur für seine*n Besitzer*in, sondern eben auch für Diebe. Das Wertvollste am e-Bike ist der Akku – ein deshalb beliebtes Zielobjekt von Diebstählen. Also: auch der Akku sollte nicht am Rad bleiben, wenn Du es abstellst.

Diebstahl verhindern abseits vom Fahrradschloss

Abschreckung durch Kreativität

Jedes Schloss vertreibt Gelegenheitsdiebe, ein robustes Schloss häufig auch Täter*innen mit Vorsatz. Doch auch kreative eigenständige Kennzeichnungen können abschrecken: Ein individualisiertes Fahrrad ist leichter wiederzufinden und damit weniger attraktiv für Diebe.

Vorsorge mit Fahrradpass

Die meisten Räder haben eine schwer entfernbare Rahmennummer, die dabei hilft, es im Ernstfall wiederzufinden. Sie kann zusammen mit anderen Informationen zu Hersteller*in, Modell etc. in einem Fahrradpass notiert werden, den die Polizei zum Ausdrucken oder auch als App für Apple und Android bereitstellt.

Egal ob analog oder digital – der Pass sollte im Ernstfall schnell parat sein. Du kannst auch schon beim Fahrradkauf den Händler oder die Händlerin nach einem solchen Fahrradpass fragen. Er oder sie kann Dir auch helfen, die Rahmennummer zu finden und sie nicht etwa mit Artikel- oder Bestellnummer zu verwechseln – die letzten beiden sind nicht individuell und deshalb auch keine Hilfe bei den Ermittlungen. Die App bietet zusätzlich den Vorteil, dass auch Fotos vom Rad direkt gespeichert werden können.

Moderne Technik nutzen: Diebstahlprävention mit GPS

GPS-Tracking-Systeme empfiehlt die Polizei vor allem für Elektrofahrräder. Sie können den Standort Deines Bikes zum Beispiel auf Deinem Handy anzeigen. Verlässt Dein Rad einen von Dir festgelegten Umkreis, wird Alarm ausgelöst. Diese Systeme sind aber relativ teuer – zuverlässige Modelle beginnen bei 100 Euro. Und natürlich wissen geübte Fahrraddiebe, wonach sie suchen müssen, um Tracker zu entfernen.

Einige neuere E-Bike-Modelle haben ein in den Rahmen integriertes GPS-Tracking-System, das von außen nicht erkennbar ist. Falls das zum neue Standard wird, werden es organisierte Fahrraddiebe in Zukunft wohl schwerer haben.

Vorsicht bei Second-Hand-Bikes

Schon beim Fahrradkauf kannst Du etwas gegen Fahrraddiebstahl tun: Bei gebrauchten Rädern solltest Du Dir von dem oder der Verkäufer*in am Besten den ursprünglichen Kaufbeleg zeigen lassen und auf einen ordentlichen Kaufvertrag bestehen. Den brauchst Du auch, um später im Falle eines Diebstahls beweisen zu können, dass es sich tatsächlich um Dein Rad handelt.

Fahrrad geklaut: Was tun um Fall eines Diebstahls?

Hundertprozentige Sicherheit gibt es nie: Wer ein Fahrradschloss unbedingt knacken will, schafft das mit dem nötigen Werkzeug in der Regel auch. In Bremen zum Beispiel machte sich eine Bande einen Namen, die in Fahrradparkhäusern mit einer Elektroflex auf Beutejagd ging – gleich mehrmals in Folge. Wichtig ist, dass Du sofort aktiv wirst, wenn Du den Diebstahl entdeckst.

Fahrraddiebstahl Fahrradabsicherung ver.de BIKE

Wer nur das Vorderrad absperrt, dem kann genau das passieren: Das Rad ist weg, ohne dass das Schloss geknackt werden musste. Das Rad, das die Diebe zurückgelassen haben, können sie günstig ersetzen.

Den Diebstahl anzeigen

Ein Fahrraddiebstahl ist in jedem Fall eine Straftat und wird bei der Polizei angezeigt. Bring dafür den Kaufbeleg des Fahrrads und im Idealfall auch den Fahrradpass mit auf die Wache in Deiner Umgebung oder wähle die 110.

Augen offen halten

Wenn es ein Gelegenheitsdiebstahl war, kann es sein, dass der- oder diejenige sich das Rad wirklich nur „kurz ausgeliehen“ und einige Meter weiter wieder abgestellt hat. Es kann sich also lohnen, die Umgebung abzusuchen. Aber Vorsicht: Wenn Du Dein gestohlenes Rad einige Wochen später zufällig wiederfindest, kannst Du es nicht einfach mitnehmen – möglicherweise ist es zwischenzeitlich weiterverkauft worden. Es gehört zwar immer noch Dir, aber um den Vorfall zu klären, sollte die Polizei eingeschaltet werden.

Die Versicherung informieren

Fahrräder sind in der Hausratversicherung oft nicht, nur in bestimmten Zeitfenstern, bis zu einer bestimmten Höhe oder nur dann, wenn sie im Keller angeschlossen worden sind, versichert. Es lohnt sich, das Kleingedruckte zu lesen: Auch wenn die Hausratversicherung mit „Diebstahlschutz inklusive“ wirbt, kann er hier Ausnahmen des Versicherungsschutzes geben und es kann sinnvoll sein, Dein Fahrrad oder E-Bike zusätzlich zu versichern.

Vollkasko-Versicherungen schließen oft Vandalismus, Verschleiß- und Unfallschäden mit ein – das lohnt sich vor allem für neue, teure Räder. Gegen Diebstahl greifen aber auch sie nicht immer, oder nur wenn bestimmte Auflagen wie die Sicherung durch ein vorgegebenes Schloss erfüllt sind.

Wann macht eine Fahrradversicherung sinn?

Ein zusätzlicher Fahrraddiebstahlschutz oder eine Fahrradversicherung lohnt sich für Dich dann, wenn Deine Hausratsversicherung Dein Fahrrad, E-Bike oder den Zubehör ungenügend und lebensfern abdeckt. In dem Fall kannst Du Deine Hausratsversicherung bitten, Dein Fahrrad aus der Versicherung auszuklammern und damit günstiger zu werden.

ver.de BIKE als Diebstahlschutz

Du möchtest einen zusätzlichen Schutz für Dein Fahrrad neben Deiner Hausratversicherung? Mit ver.de BIKE bieten wir Dir eine Unterstützungsleistung, mit der Du Dein Fahrrad vor Diebstahl sichern und gleichzeitig etwas Gutes für das Klima tun kannst. Und: Jeder Euro Beitrag spart zwei Kilogramm CO2. Der Schlüssel dazu ist unsere Kapitalanlage. ver.de legt alles Geld – anders als herkömmliche Anbieter*innen – nachhaltig und transparent an.

Nachhaltige Finanzen?

Die Investitionen von heute entscheiden über die Zukunft von morgen – und der Großteil aller Investitionen kommt aus der Finanzwirtschaft. Banken und Versicherungen reichen unser Geld weiter und finanzieren damit Projekte und Unternehmen. Auf die Wirkung wird bislang kaum geachtet. 

Das möchte ver.de anders machen. ver.de hat das Ziel, eine Versicherung zu werden, die anders ist: gemeinwohl-orientiert, transparent, ökologisch-sozial und genossenschaftlich. Mit Investitionen in nachhaltige Mobilität, Aufforstung und ökologische Landwirtschaft statt in Kohle, Kinderarbeit oder die Waffenindustrie. Wichtig: Erst nach vollständiger Finanzierung und der Zulassung durch die BaFin darf ver.de sich als Versicherungsunternehmen bezeichnen.

Text: von Judith Lehner, ver.de für nachhaltige Entwicklung eG

Hinweis: Die vorstehenden Aussagen geben die persönliche Meinung der Verfasserin/Herausgeberin wieder; eine Haftung für die Richtigkeit kann nicht übernommen werden.

VER.DE POST GEFÄLLIG?

WEITERE FRAGEN?

Schreibe uns einfach eine E-Mail. Dann setzen wir uns mit Dir in Verbindung.